Der Weg, sich als Physiotherapeutin oder Physiotherapeut selbstständig zu machen, kann schwer sein. Physiotherapeutin Bettina Ruhdorfer liefert Tipps für die Selbstständigkeit.
Die Selbstständigkeit ist ein Traum von vielen. Wir haben mit Physiotherapeutin Bettina Rudorfer gesprochen. Seit 2021 führt sie ihre eigene Praxis.
Auch sie weiß: Der Sprung in die Selbstständigkeit kann beängstigend sein und birgt auch einige Herausforderungen. Lohnt es sich also, den Schritt zu wagen?
Hier findest du die wichtigsten Tipps der selbstständigen Physiotherapeutin. Durch ihre Expertise deckst du alles ab, was du wissen musst, um erfolgreich durchzustarten und als Physiotherapeutin oder Physiotherapeut selbstständig zu sein.
Lies weiter und erfahre alles, was du für deinen Start unbedingt wissen musst!
Das Wichtigste in Kürze:
- Flexibilität und Eigenverantwortung: Selbstständige gestalten ihre Arbeitszeiten und Praxis selbst.
- Qualifikationen und Fähigkeiten: Staatlich anerkannte Ausbildung, Berufserfahrung und unternehmerische Fähigkeiten sind nötig, um erfolgreich eine Praxis zu führen.
- Schritte zur Selbstständigkeit: Motivation klären, Chancen abwägen, Businessplan erstellen, Anmeldungen und Marketing durchführen.
Deshalb lohnt sich die Selbstständigkeit in der Physiotherapie
Selbstständig in der Physiotherapie zu arbeiten hat viele Vorteile, die sowohl beruflich als auch privat guttun können.
In der Selbstständigkeit kannst Du Deine Arbeitszeiten selbst festlegen und Deine Praxis so einrichten, wie Du es Dir vorstellst.
Du kannst die Methoden und Ansätze wählen, die Dir am besten gefallen, und diese individuell auf Deine Patienten und Patientinnen abstimmen.
Außerdem profitierst Du direkt von Deinen eigenen Leistungen. Du legst Deine Preise selbst fest und kannst durch gezielte Werbung Deinen Patientenstamm erweitern.
Das bringt Dir nicht nur finanziellen Erfolg, sondern auch viel persönliche Zufriedenheit. Als Selbstständiger hast Du die Möglichkeit, immer wieder neue Fortbildungen zu besuchen und Dein Wissen zu erweitern.
So bleibst Du immer auf dem neuesten Stand und kannst Deinen Patientstamm die beste Behandlung bieten.
Klar, Selbstständigkeit bedeutet auch, dass Du viel selbst organisieren und Verantwortung übernehmen musst. Aber die Vorteile und Erfolge, die Du dafür bekommst, machen es auf jeden Fall wert – das findet auch Bettina Ruhdorfer.
Kann jeder Physiotherapeut selbstständig werden?
Ja, prinzipiell kann jeder Physiotherapeut und jede Physiotherapeutin selbstständig werden, vorausgesetzt, einige grundlegende Voraussetzungen sind erfüllt.
Berufliche Qualifikationen
Um eine eigene Praxis zu eröffnen, benötigst Du in Deutschland eine staatlich anerkannte Ausbildung.
Diese kann über eine dreijährige schulische Ausbildung an einer anerkannten Berufsfachschule oder über ein entsprechendes Studium an einer Hochschule erfolgen.
Nach erfolgreichem Abschluss und bestandenem Staatsexamen bist Du zur Berufsausübung berechtigt.
Zusätzlich zu Deiner Ausbildung ist Berufserfahrung empfehlenswert. Idealerweise hast Du bereits in verschiedenen Praxisbereichen gearbeitet und so ein breites Spektrum an Fachwissen und Kompetenzen erworben.
Neben den fachlichen Qualifikationen sind auch persönliche Eigenschaften für die Selbstständigkeit als Physiotherapeut oder Physiotherapeutin wichtig:
- Unternehmerische Fähigkeiten: Du solltest Deine Praxis erfolgreich planen, führen und vermarkten können.
- Organisationstalent und Durchhaltevermögen: Die Selbstständigkeit erfordert viel Eigeninitiative und gute Planung. Du musst Deine Termine eigenständig einteilen und auch Rückschläge verkraften können.
- Fähigkeit zur Akquise und Bindung von Patienten & Patientinnen: Gute Kommunikations- und Kontaktfähigkeiten sowie Einfühlungsvermögen sind entscheidend, um neue Patienten & Patientinnen zu gewinnen und langfristig an Deine Praxis zu binden.
Weitere Informationen zur Selbstständigkeit in Deutschland findest Du beispielsweise bei der Bundesagentur für Arbeit oder beim Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK).
6 Tipps zur Selbstständigkeit
Bettina Ruhdorfer ist seit einigen Jahren selbstständig. Deshalb kann sie Dir hilfreiche Tipps liefern, wie Du erfolgreich mit Deiner Selbstständigkeit starten kannst.
Schritt 1: Warum selbstständig machen?
Die erste Frage, mit der Du Dich am Anfang beschäftigen solltest, ist die Frage: Warum mache ich mich überhaupt selbstständig?
Diese Frage ist entscheidend, denn sie bildet die Grundlage für die Gründung Deiner eigenen Praxis. Nur wenn Du klare und überzeugende Antworten auf diese Frage finden kannst, lohnt es sich, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.
Folgende Fragen können Dir dabei helfen, Deine Motivation zu hinterfragen:
- Was sind meine Ziele und Visionen?
- Was möchte ich mit meiner Selbstständigkeit erreichen?
- Was reizt mich an der Selbstständigkeit?
- Welche Stärken und Fähigkeiten habe ich, die ich als Selbstständiger erfolgreich einbringen kann?
- Was zeichnet mich als Physiotherapeut oder Physiotherapeutin aus und macht mich einzigartig?
- Bin ich bereit, die Herausforderungen der Selbstständigkeit anzunehmen?
Nimm Dir Zeit für diese Fragen und beantworte sie ehrlich und selbstkritisch. Nur wenn Du Deine Motivation klar verstehst, kannst Du mit Zuversicht und Entschlossenheit in die Selbstständigkeit starten.
Schritt 2: Chancen und Risiken abwägen
Nachdem die Motivation geklärt ist, folgt die Abwägung von Chancen und Risiken. So erhältst Du ein realistisches Bild, ob sich für Dich als Physiotherapeut oder Physiotherapeutin selbstständig machen lohnt oder nicht.
Zu den Chancen zählen Flexibilität und Selbstbestimmung in der Gestaltung Deiner Arbeitszeit und Deines Arbeitsplatzes. Du hast die Möglichkeit, mehr zu verdienen und Deine eigenen Ideen in Deiner Praxis zu verwirklichen.
Die Arbeit als Physiotherapeut oder Physiotherapeutin kann sehr erfüllend sein, da Du Menschen hilfst und etwas Sinnvolles tust.
Risiken sind das volle unternehmerische Risiko mit der Verantwortung für Verluste und Schulden. Die Einkommenssituation kann ungewiss sein und schwanken. Bist Du Selbstständig, trägst Du die Verantwortung für alle Aufgaben, von der Behandlung bis hin zur Buchhaltung und dem Marketing.
Der Markt für Physiotherapie ist umkämpft und Du musst Dich von Deinen Konkurrenten und Konkurrentinnen abheben können. Ständiger Druck und viele Entscheidungen können zu Stress und psychischer Belastung führen.
Schritt 3: Erstellen eines Business Plans
Ein Business Plan dient nicht nur als Dokument für verschiedene Anlaufstellen. Er hilft auch einem selber, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.
Detailliertere Informationen findest Du in unserem Blogbeitrag zum Thema Business Plan. Mit einem gut durchdachten Businessplan hat man eine solide Basis für den Start. Und so könnte Dein Business Plan aussehen.
Schritt 4: Behördenwege
Falls Du gesetzlich versicherte Patienten behandeln willst, brauchst Du eine Kassenzulassung: Hierfür beantragst Du zuerst ein Institutionskennzeichen (IK) bei der zuständigen ARGE IK und reichst Deine Unterlagen (Berufsurkunde, Nachweis geeigneter Praxisräume, etc.) bei der Heilmittelzulassungsstelle ein.
Innerhalb eines Monats nach Aufnahme Deiner Tätigkeit meldest Du Dich außerdem beim Finanzamt, füllst den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ aus und bekommst Deine Steuernummer.
Als freiberuflicher Therapeut oder freiberufliche Therapeutin bist Du für Kranken-, Renten- und Unfallversicherung selbst verantwortlich.
Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ist hier zuständig, wenn Du Mitarbeiter beschäftigst oder Dich freiwillig versichern möchtest.
Achte obendrein auf eine passende Berufshaftpflichtversicherung, um Dich gegen mögliche Behandlungsfehler abzusichern. Somit bist Du bestens vorbereitet, um Deine eigene Praxis erfolgreich zu führen.
Schritt 5: Selbstmarketing
Als selbstständiger Therapeut oder Therapeutin muss man auf sich aufmerksam machen. Somit ist es wichtig, eine eigene Website zu erstellen, auf der sich die Kunden und Kundinnen über einen informieren können.
Eine eigene Website ist Deine Visitenkarte. Zeige den Patienten und Patientinnen, worauf Du spezialisiert bist und schaffe Vertrauen.
Ein Social Media Auftritt auf Instagram oder Facebook ist ebenfalls ein guter Kanal, um mögliche Interessierte zu erreichen.
Schritt 6: Patientenstamm
Sie sind das wichtigste für Therapeuten und Therapeutinnen im Gesundheitsbereich. Zufriedene Patienten und Patientinnen kommen wieder und empfehlen einen weiter.
Der richtige Umgang mit ihnen beginnt schon bei der Datenpflege, Erreichbarkeit und Terminvereinbarung.
Mit dem richtigen Tool, wie es synaptos bietet, ist das alle ein Kinderspiel und Du hast ausreichend Zeit, Dich um Deinen Patientenstamm zu kümmern.
Ein harter Weg Richtung Selbstständigkeit
Die Entscheidung, als Physiotherapeutin oder Physiotherapeut selbstständig zu werden, kann eine spannende und erfüllende Möglichkeit sein, Deine beruflichen Ziele zu verwirklichen.
Mit der richtigen Vorbereitung und einem klaren Plan kannst Du die Chancen nutzen, die die Selbstständigkeit bietet.
Wenn Du die notwendigen Voraussetzungen erfüllst und bereit bist, Verantwortung zu übernehmen, steht Deiner erfolgreichen Selbstständigkeit nichts im Wege.
Viel Erfolg in der Selbstständigkeit!
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